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Kinderkiten

KITE KNIRPSE

SEHEN SO DIE SIEGER DES NÄCHSTEN JAHRZEHNTS AUS?
Der französische Hersteller F-One fördert seit vier Jahren ein Jugendteam aus begabten Kids. Die Perspektiv-Profis werden das ganze Jahr über von einem Trainer betreut. Den fahrtechnischen Fortschritt beoachtet der Coach auf den Videos, die ihm die Kids schicken.

Wie wichtig Nachwuchsarbeit ist, lässt sich bei den Fußballern besichtigen. Vereine ohne „Kindergarten“ müssen ihre Kicker kaufen – oder absteigen.

F-One kümmert sich seit vier Jahren um die kommenden Stars an der Bar. Next generation heißt das Programm: Jedes Jahr lädt F-One die zehn Kids zwischen zehn und 17 Jahren zu einem Camp ein. Als Trainer haben die Franzosen einen Ex-Profi verpflichtet, der für die jungen Heißsporne das ideale Vorbild ist: Etienne Lhote war früher einer der fünf besten Freestyle-Kiter der Welt. Vor vier Jahren zog Etienne mit seiner Kite-Kita nach Dakhla, ein Jahr darauf nach Tarifa, letztes Jahr nach Fuerteventure. In diesem Jahr trainierten die künftigen Profis wieder in Tarifa. Für die Nachwuchsfahrer sind diese Camps keine Spaßveranstaltungen – das Lehrprogramm hat den Knirpsen alles abverlangt: Taktik bei Contests, Regeln, Material-Vorbereitung, Fitness-Trainung und Ernährung standen auf dem Stundenplan. Wissen und Wasser heißt das F-One-Konzept – Lhote hat seine Schützlinge natürlich auch am Kite trainiert.

Welches Potenzial die Kids besitzen und welche Defizite sie noch haben, konnte der Trainer das ganze Jahr über verfolgen: Die Team-Fahrer schickten ihm Videos von ihren Trainings-Sessions. Deshalb konnte Lhote seine jungen Rider gezielt fördern. Zu einem modernen Sport-Profi gehört aber nicht nur die Leistung, sondern auch der professionelle Umgang mit den Medien. Lhote bringt seinem Team auch bei, wie man Pro mit Journalisten spricht, Videos aufnimmt und schneidet und die Netz-Werke damit flutet.

Team-Sprache bei diesen Camps ist nicht unbedingt Französisch, denn die Mädels und Jungs kommen aus vielen Ländern: Mikaili Sol (11 Jahre alt) stammt aus Fortaleza (Brasilien). Osaia Reding, 12, Young Blood ist das deutsche Pendant zum Next-Generation-Programm. North hatte bereits 2006 mit der Nachwuchs-Förderung begonnen. Für dieses Programm hat sich North Kiteboarding mit ausgewählten Partnerhändlern und -schulen zusammengeschlossen, um Kindern sowie Jugendlichen bis einschließlich 15 Jahren ein außergewöhnliches Angebot zu ermöglichen: Nach abgeschlossenem Anfänger-Kurs können Kids ein Material-Package zum besonderen Young – Blood-Preis erwerben. Es besteht aus dem Kite Mono (Größe 5, 7 oder 9), dem Gonzales-Board inklusive NTT-Bindung, sowie der Trust-Bar. Diese Combo ist für die Kids zur Hälfte des empfohlenen Verkaufspreises erhältlich. Mit dem Young-Blood-Programm möchte North Kiteboarding aufstrebenden jungen Kitern den Einstieg in den Sport erleichtern und ihnen ermöglichen, von Anfang an professionelles und sicheres Equipment zu fahren. kommt aus Spanien. Oscar Perrineau war letztess Jahr sogar Jugend-Weltmeister, in diesem Jahr hat er sich die Bronze-Medaille abgeholt. Sebastian Junior Ducos (13) aus Spanien fühlt sich in den harten Bedingungen von Tarifa besonders wohl. Hugo Metton stammt aus Frankreich und gilt unter den Youngstern als Integrationsfigur. Dann sind noch ein Däne und ein Holländer mit von der Partie. Deutsch spricht leider keiner hier – haben wir in Deutschland also ein Nachwuchs-Problem?

KITELEHRER DRINGEND GESUCHT

Der Schulverband VDWS bildet jedes Jahr Hunderte von Kitelehrern auf. Trotzdem suchen die Kiteschulen in Deutschland dringend Kitelehrer. „Wir haben den Arbeitsmarkt abgesucht und sind nicht fündig geworden“, klagt Windgeister-Manager Murdoc Schwalm (Orth auf Fehmarn). Auch an der Nordsee herrscht Lehrermangel. Die Ausbildung läuft in zwei Stufen ab:

1. Wassersportassistent:

Ausbildung in einer praktikumsberechtigten VDWS-Schule, Dauer: 2-8 Wochen.

2. Kiteboarding Instructor:

Fahrpraktisches, fachtheoretisches und fachmethodisches Seminar. Dauer: 8 Tage VDWS-Lehrteamer Michael Vogel: „Mit einer etwa zehnwöchigen Ausbildung kann man anständiges Geld verdienen.“